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August 2005
Holzhaus schützt im Brandfall
Meldung auf infoholz.de

Bild: infoholz.de
Holz besteht aus einer Vielzahl von Zellen, deren Wände aus Cellulose, Lignin und Polyosen aufgebaut sind. Es enthält außerdem Wasser, diverse Spurenelemente und hat nur eine geringe Wärmeleitfähigkeit. Wenn es Feuer fängt, tritt Wasserdampf aus. Es bildet sich eine Kohleschicht auf der Holzoberfläche, die isolierend wirkt. Indem das Holz an seiner Außenseite verkohlt, wird eine weitere Sauerstoffzufuhr ins Holzinnere verhindert und das Feuer erlischt – sofern nicht ständig weiter Energie zugeführt wird. Damit schützt sich das Holz selbst vor der völligen Zerstörung.
Durch diese physikalischen Eigenschaften behält eine Gebäudetragkonstruktion aus Holz auch unter hohen Temperaturen lange Zeit seine Festigkeit. Ein Holzbalken hält dem Feuer länger stand als zum Beispiel ein ungeschützter Stahlträger. Auch Holzfenster schützen im Brandfall besser als Fenster aus Kunststoff. Das haben Untersuchungen und Brandversuche ergeben. Während Thermoplaste bereits bei 110 bis 130 Grad Celsius zerfließen, kann Holz Temperaturen von über 200 Grad standhalten. Das bedeutet: Ein Kunststoffrahmen verformt sich viel schneller als ein Holzrahmen. Dadurch bersten auch die Scheiben früher und Sauerstoff kann eindringen.
Brandrisiko hängt nicht vom Konstruktionsmaterial ab
Darüber hinaus belegen weltweite Untersuchungen und Statistiken, dass die Verwendung von Holz als Baumaterial das Brandrisiko nicht erhöht. “Das Brandrisiko hängt nicht vom Konstruktionsmaterial eines Hauses ab, sondern von der Innenausstattung, vom Alter und Verhalten der Bewohner und vom Zustand der Elektroinstallationen. Das Brandentstehungsrisiko ist erwiesenermaßen in allen Gebäuden gleich – unabhängig vom Konstruktionsmaterial”, erläutert Winter.
Tragende Bauteile aus Holz werden in der Regel mit feuerhemmenden Materialien wie Gipsplatten bekleidet. Dadurch sind die Oberflächen der Wände nicht brennbar. Hinzu kommt, dass Holzkonstruktionen vollgedämmt und luftdicht sind. Das vermindert Hohlraumbrände und die Ausbreitung von Brandgas. Ein Wohnungsbrand in einem Holzhaus beschränkt sich häufig auf ein Zimmer bzw. auf den Bereich, wo das Feuer ausgebrochen ist.
Bis zu fünf Geschosse in Holzbauweise erlaubt
Der technische Fortschritt mit der Entwicklung von modernen feuerhemmenden Holzkonstruktionen und die vielen positiven Erfahrungen mit Holzgebäuden haben beim Gesetzgeber zu einer Neubewertung von Holz geführt: Die Musterbauordnung lässt künftig bis zu fünfgeschossige Gebäude in Holzbauweise zu. Die Versicherungsprämien für Holzhäuser wurden vielfach auf das übliche Niveau gesenkt. In der Schweiz sind seit diesem Jahr sogar Holzbauten bis zu sechs Geschossen und Fassadenbekleidungen aus Holz bis zu acht Geschossen erlaubt. Das Tragwerk von Gebäuden ab drei Geschossen muss einen Feuerwiderstand von mindestens 60 Minuten gewährleisten.
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