News Wettbewerbe
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Deutscher Möbeltischler holt Gold
Erfolg bei den World Skills in London

Foto: TIschler Schreiner Deutschland
Bei den Berufsweltmeisterschaften hat Möbelschreiner Richard Martin Schauer aus Rohrdorf (Bayern) die Goldmedaille errungen. Erik Brandenburg aus Löwenberger Land (Brandenburg) kam bei den Bauschreinern in einem harten Bewerber-Umfeld auf den sechsten Platz. Tischler Schreiner Deutschland hatte die beiden Jung-Gesellen nach ihrem Erfolg beim deutschen Leistungswettbewerb zum den WorldSkills entsandt, die vom 5. bis 8. Oktober in London stattfanden.
In London hatten die beiden Jung-Gesellen 22 Stunden Zeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Sowohl die Bau- als auch die Möbelschreiner mussten innerhalb dieser Zeit ein vorgegebenes Werkstück herstellen - live und vor Publikum. Nach Abschluss der Wettkampfzeit begutachtete eine internationale Jury die Arbeiten und vergab Punkte für die Qualität der handwerklichen Ausfertigung.
Bei der Bekanntgabe der Sieger war die Freude im deutschen Tischler-Team groß. »Eine Goldmedaille - damit habe ich nicht gerechnet«, sagt Schauer. »Das ist so kurz nach dem Wettbewerb noch gar nicht fassbar.«
Auch für Erik Brandenburg waren die WorldSkills ein einmaliges Erlebnis. »Die ganze Atmosphäre, die gute Stimmung unter den Teilnehmern und der ganze Stress - daran werde ich mich mein ganzes Tischlerleben lang erinnern.«

Ihre Vorgänger hatten bei den vergangenen WorldSkills 2009 in Calgary (Kanada) eine Silbermedaille und eine Medaille für exzellente Leistungen errungen. Um die Erfolge der vergangenen Jahre in London zu wiederholen, wurden auch die beiden diesjährigen Teilnehmer wieder von sehr erfahrenen und erfolgreichen Trainern auf den Wettkampf vorbereitet. Schreinermeister Richard Schauer nahm den 21-jährigen Erik Brandenburg unter seine Fittiche; sein Kollege Walter Langenmair gab dem ebenfalls 21-jährigen Richard M. Schauer den letzten Schliff.
Die WorldSkills finden alle zwei Jahre statt. Die 41. WorldSkills in London waren mit über 200.000 Besuchern, rund 950 Teilnehmern aus 51 Ländern und Regionen in 46 Disziplinen die bisher größte Veranstaltung.
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Dienstag, 04. Oktober 2011
Roentgen-Preis für ein Schatzkästchen
Katharina Hahn gewinnt mit ornamentaler Schatulle

Bild: P!ELmedia/hwk-koblenz.de
Den diesjährigenAbraham & David Roentgen Preis hat Tischlermeisterin Katharina Hahn von der Holzwerkstatt Hahn GmbH aus Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg) gewonnen. Ihr Siegerstück ist eine Schmuckschatulle mit einem Korpus aus massivem Birnbaum, umhüllt von einer schwarz-silbrigen ornamentalen Hülle. Das geheimnisvolle Muster hat sie bei den Amazonas-Welsen entdeckt.
»Perfekt angelegter, gelungener Transfer, aus der Natur via Technik in die Ornamentik«, urteilte Juror Axel Kufus, Professor für Industrial Design an der Universität der Künste Berlin. Die ausgeklügelten Öffnungsmechanismen der zahlreichen kleinen Laden übertrug Katharina Hahn von einem alten Holzspiel. Kufus: »Eine Schatzkiste, die verzaubert, als kleines Wunderwerk in Vollkommenheit von Form, Material, Konstruktion, Funktion und Idee.«
Anerkennungen erhielten das Architekturbüro »amort Architektur« aus Bonn und der Schreiner und Handwerksdesigner Claus Niephaus aus Jülich.
Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis erinnern der Förderkreis der Abraham und David Roentgen Stiftung und die Stadt Neuwied an das handwerkliche, gestalterische und unternehmerische Potenzial von Abraham und David Roentgen.
Montag, 26. September 2011
Musiktruhe Roswitha gewinnt
Benedikt Held baut formschönstes NRW-Gesellenstück

Benedikt Held Bilder: Tischler NRW
Mit seiner Musiktruhe, die den klangvollen Namen »Roswitha« trägt hat Benedikt Held aus Köln »die gute form« in NRW gewonnen. Die besten NRW-Gesellenstücke – um die 50 - sind noch bis zum 30. September 2011 in der Handwerkskammer zu Köln zu sehen.
Aus Rüster und Linoleum hat der Kölner Benedikt Held (Ausbildungsbetrieb: Gesellschaft für neue Innenraum-Kultur mbH, Köln) ein fast drei Meter langes Board mit drei Klappen gearbeitet. Hinter einer verbirgt sich ein Bang & Olufsen-Plattenspieler aus den 70er Jahren. »Das alte Gerät so sorgfältig und lie-bevoll in das Möbel zu integrieren, ist nicht museal konservierend, sondern Ausdruck neuer Wertschätzung der Schallplatte, die sich – längst totgesagt – neuer Liebhaber erfreut«, urteilt die Jury.

Tobias Brehm
Pate standen die Musiktruhen aus den 50er und 60er Jahren. »Die bestanden immer aus einem Plattenspieler, einer Minibar und manchmal einem Radio« sagt Held. »So etwas gibt es heute gar nicht mehr – also habe ich es gebaut.« Und natürlich bekam die Musiktruhe wie ihre Vorbilder auch einen Namen. »Roswitha war der erste, der mir in den Sinn kam«, sagt der 31jährige. Besonderer Clou ist die Abdeckung des Plattenspielers: aufgearbeitetes Resopal von Omas altem Küchentisch.

Moritz von Schmeling
Tobias Brehm aus Dinslaken (Ausbildungsbetrieb: Werkstatt 21, Dinslaken). machte mit einem Schreibtisch aus Teak und Linoleum den 2. Platz. Der seitliche Teil in schwarzem Linoleum, das schön an den Farbton des metallenen Untergestells angepasst wurde, lässt sich verschieben und gibt das Innenleben des Tisches frei, das ebenfalls noch einmal verschoben werden kann. Selten, so lobt die Jury, sei die Gestalt eines Möbels geöffnet genauso gelungen, wie geschlossen.
Die beiden Erstplatzierten sind dann im März beim Bundeswettbewerb in München dabei.
Mit seiner Kommode aus Zedernholz belegte Moritz von Schmeling aus Münster (Ausbildungsbetrieb: Martin Georgi, Münster) den dritten Rang. Das massiv verarbeitete, fein duftende Zedernholz hat der Tischlergeselle mit grau-grünem Nextel-Lack kombiniert. »Die schmalen Griffleisten könnten nicht schöner gesetzt sein, der ausgewählte Lack geht mit dem großen Volumen angemessen um«, so die Jury.

Morwenna Bucken

Tim Helfrich

Christian Schwan
Mit Belobigungen wurden bedacht: Das »Hängeboard« von Morwenna Bucken aus Werne (Ausbildungsbetrieb: Bernd Herbert Krüger, Hagen), die »Gardero-be mit Schuhschrank« von Tim Helfrich aus Wermelskirchen (Ausbildungsbetrieb: Tischlerei David Müller, Bergisch-Gladbach) und der Phonoschrank von Christian Schwan aus Dinslaken (Ausbildungsbetrieb: Herbert Bassier, Dinslaken).
Dienstag, 13. September 2011
Spitzenideen
Tischler NRW belohnt innovative Betriebe

Bild: Tischler NRW
Kochevents in der Werkstatt, Sport- und Gesundheitsprogramme für Mitarbeiter oder ein Handwerkerkursus für Frauen: Für ihre ungewöhnlichen Ideen und vor allem Taten hat der Fachverband Tischler NRW jetzt in Bochum sieben nordrhein-westfälische Tischlereien mit dem Alfred-Jacobi-Preis ausgezeichnet. Der Innovationspreis wurde zum ersten Mal vergeben, ist nach dem 2010 verstorbenen langjährigen Verbandsvorsitzenden Alfred Jacobi benannt und wurde mit Hilfe vieler Partner aus der Holzwirtschaft gestiftet.
30 Betriebe hatten sich beworben, in zwei Kategorien – „Personalmanagement“ und „Umgang mit Kunden“ – gab es jeweils 3.000, 2.000 und 1.000 Euro für die drei Erstplatzierten.
Im Umgang mit Kunden punktete die Tischlerei Rotte aus Selm: Die Inhaber Ulrich und Karin Rotte veranstalten mit ihren vier Mitarbeitern für ihre Kunden regelmäßig Mini-Kochkurse und musikalische Events wie beispielsweise Jazz in den Holzspänen. TischlerNRW-Hauptgeschäftsführer Dieter Roxlau: »Der hohe Spaß- und Erlebnisfaktor sowie die offene Werkstatt schaffen beim Kunden einen hohen Erinnerungswert.«
Mit ihrem Projekt „Tenbrink bewegt sich“ zeigt die Wilhelm Tenbrink Innenausbau GmbH aus Stadtlohn, wie die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter nachhaltig gestärkt werden kann. Dafür gab es den ersten Preis in der Kategorie „Personalmanagement“. Das Unternehmen hat sich auf das Projektgeschäft spezialisiert und ist in den letzten Jahren zunehmend der Kurzfristigkeit am Markt ausgesetzt. Um diesem ständig steigenden Stresslevel für die Mitarbeiter wirkungsvoll zu begegnen, hat das Unternehmen ein betriebliches Gesundheitsmanagement etabliert – mit Sportkursen, Ernährungstipps, Rauchentwöhnungen und gemeinsamen Aktivitäten.
Einen mit 1000 Euro dotierten Sonderpreis bekamen Dorothee und Dirk Böckstiegel aus Paderborn für ihren Handwerkerkursus für Frauen »Selbst ist die Frau.«
Dienstag, 06. September 2011
„Sterne des Handwerks“
Vito beschriften und gewinnen – Abgabeschluss am 30. November

Bild: AMH
Der Wettbewerb „Sterne des Handwerks“ läuft wieder: Gesucht wird die originellste und aufmerksamkeitsstärkste Beschriftung fürs Firmenfahrzeug eines Handwerksbetriebs. Eingereicht werden können Fotos oder Entwürfe, und zwar bis zum 30. November. Als Preis winkt ein fabrikneuer Mercedes-Benz Vito mit dem siegreichen Design. Der Designer der Beschriftung erhält 2500 Euro.
Marketingexperten, Handwerker und Designer werden unter Leitung von Hochschulprofessor Christoph M. Scheller die Vorschläge bewerten und zwar nach den Kriterien Gestaltung, technische Umsetzung und Originalität, Funktionalität und Erinnerungsfaktor.
Schirmherr des Wettbewerbs ist die Aktion Modernes Handwerk (AMH), die mit ihrem Engagement die Handwerksbetriebe für die Themen Außenwerbung und Außenwirkung sensibilisieren will. „Die hohe Teilnehmerzahl in den Vorjahren hat gezeigt, dass die Bedeutung einer professionellen und attraktiven Fahrzeugbeschriftung bei den Betrieben angekommen ist“, lobt Joachim Wohlfeil, Vorsitzender der AMH und Jury-Mitglied. „Die Qualität der eigenen Arbeit muss sich auch bei Auftritt und Wahrnehmung in der Öffentlichkeit widerspiegeln.“
Unterstützt wird „Sterne des Handwerks“ vom Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland. Die Übergabe des Siegerfahrzeugs erfolgt im März 2012 im Rahmen der Internationalen Handwerks Messe (IHM) in München.
Mehr Infos:
www.sterne-des-handwerks.de

